Hösseringen/Uelzen, 10.März 2020

Halwart Schrader erhält die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

 

Halwart Schrader erhält die Verdienstmedaille des Verdienstordens Anerkennung für sein Lebenswerk
International wirkender Fahrzeughistoriker, Journalist und Buchautor
Als Mentor für Technikgeschichte und Handwerk im Sinne von Generationen
Foto: Eckhart Bartels

 

Halwart Schrader ist Jahrgang 1935. In Braunschweig geboren, waren auch die folgenden Kriegsjahre nicht einfach. Der Wiederaufbau prägte seinen Alltag. Mit 18 Jahren und gerade erworbenen Führerschein bemerkte Schrader früh, dass alte Fahrzeuge in der Gunst der nach Neuem strebenden Gesellschaft keine Wertschätzung erfuhren. Gerade in den frühen Jahren der prosperierenden Bundesrepublik begann die Wegwerfgesellschaft, mit deren Problemen wir noch heute kämpfen. Dem drohenden Verlust manchen Kulturguts versuchte er sich mit verständlichen Botschaften entgegenzustellen.

Schrader wollte Bewahren und das Bewusstsein für nachhaltige Technikentwicklung dokumentieren. Er wählte 1957 den Weg über einen Hamburger Verlag, berichtete zunächst gelegentlich über Motorhistorie und nutzte auch den Kommunikationsweg als Korrespondent mehrerer in- und ausländischer Automobil-Zeitschriften. Sein früh gesammeltes Wissen wurde bald in Fachbüchern veröffentlicht und bewegte schon zehn Jahre später erste Gruppen von Fahrzeug-Veteranen-Sammlern, später auch Oldtimer genannt, die mit dazu beitrugen, das Bewusstsein in der Gesellschaft für Technikgeschichte zu wecken, sich zu engagieren und so rechtzeitig die verbliebenen Fragmente zu erhalten. So manche Werkstatt- oder Schraubergemeinschaft lebte von seinen motivierenden Texten und Abbildungen.

1974 wurde Schrader Herausgeber und Chefredakteur der ersten deutschsprachigen automobilhistorischen Fachzeitschrift, mit der er gegen die Vernichtung von Kenntnissen im Handwerk, in der Dokumentation und letztlich für den Erhalt technischen Kulturguts wirken konnte. So manchem Jugendlichen wurde so frühzeitig praktische Anregungen und auch Orientierung gegeben. Schrader wurde einer der auflagenstärksten Fachbuchautoren, der in mehreren Nationen für seine Veröffentlichungen ausgezeichnet wurde. Durch seine anerkannten Recherchen und vielbeachteten Dokumentationen trug Schrader ganz wesentlich dazu bei, dass die Öffentlichkeit das Interesse für das technische Kulturgut Automobil entdeckte und zugleich damit für nachfolgende Generationen Wissen und Erfahrung erhalten werden konnte.

Viele Jahrzehnte hat Schrader als Autor, Übersetzer und Publizist gewirkt. Noch heute begleitet der 85-Jährige in ehrenamtlicher Funktion fahrzeughistorische Arbeitskreise, Organisationen und Verbände. Im „Forum für Fahrzeuggeschichte“ ist er als Mitbegründer seit 2001 aktiv beteiligt. Halwart Schrader gilt als „zentraler Protagonist der Oldtimerei in Deutschland“ (Auto Bild klassik Nr. 10/2018). Am 9. März 2020 wurde ihm durch den Landrat des Landkreises Uelzen, Dr. Heiko Blume, im im Namen des Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. Halwart Schrader lebt nach verschiedenen Stationen in Berlin, Hamburg, München und Honfleur mit seiner Frau Mila in einem historischen Schulhaus in Hösseringen im Heidekreis Suderburg.

Halwart Schrader
Halwart Schrader

Fotos: Eckhart Bartels

Für F-kubik:
Eckhart Bartels
Kiebitzeck 25, 30952 Ronnenberg ( eb@f-kubik.de)


2019/11/15

Update:
Bremen Classic Motorshow schließt mit Besucherrekord
Die Bremen Classic Motorshow (BCM) ist seit 18 Jahren eine feste Größe im Oldtimer-Terminkalender und als erste Großveranstaltung des Jahres auch ein Stimmungsbarometer. Deshalb waren die Messeveranstalter mit 45.582 gezählten Besuchern sehr zufrieden, nachdem die Tendenz im Vorjahr mit 41.678 verkauften Karten doch weniger euphorisch ausfiel. Auch das in diesem Jahr feucht wechselhafte Winterwetter hinderte die Besucher kaum, die acht Messehallen vom 31. Januar bis 2. Februar alle drei Tage gut zu füllen. Demnach stimmt das Messekonzept mit dem Angebot der knapp 750 Aussteller und lockt ganz offensichtlich die Szene, aber auch Einsteiger zum Saisonauftakt in den Norden.

Zufrieden äußerte sich auch Projektleiter Frank Ruge: „Dieser deutliche Zuspruch zeigt, dass das Interesse an klassischen Fahrzeugen nach wie vor groß ist und wir mit unserem breiten Angebot auch den Nerv des Nachwuchses treffen“. In allen Hallen konnten technisch Interessierte mit Schraubern, Veredlern und Restaurierern ins Gespräch kommen, sich Tipps geben lassen oder Kniffe abschauen.

Der DAVC war in der Halle 5 wieder gut durch die LG Weser-Ems vertreten. Ein Amilcar von 1925 und ein Graham Paige von 1928 waren die automobilen Aushängeschilder, die vor historisch nachempfundener Kulisse gut zur Geltung kamen; besonders zu erwähnen war auf diesem Stand noch ein Grammophon-Laden, alles liebevoll dekoriert und ansprechend inszeniert - stilechte Bekleidung der „Macher“ um Stephan Arbeitlang eingeschlossen.

Stephan konnte sich auch mal wieder glücklich schätzen, mit dem Graham Paige die Aufmerksamkeit der Jury, bestehend aus Vertretern der Messe, des DEUVET und des Forums für Fahrzeuggeschichte (F-kubik) geweckt zu haben. Beim „Spirit of the Show“ reichte es nur knapp zum 2. Platz von einem Lloyd Alexander überrundet! Damit dürfte die Aufmerksamkeit für den Auftritt des DAVC nicht gering gewesen sein…
Das Forum für Fahrzeuggeschichte ehrte in Bremen bereits zum 15. Mal eine Persönlichkeit mit dem „Goldenen Kolben“ für herausragende fahrzeughistorische Arbeit in der Öffentlichkeit. In diesem Jahr wurde diese einzigartige Auszeichnung in Form eines polierten Motorkolbens an Dieter Dressel überreicht. Die Jury von F-kubik würdigte damit seine Initiative zum Aufbau der Central-Garage Automuseum in Bad Homburg, die mit wechselnden Themen-Ausstellungen das Interesse an der motorisierten Fahrzeuggeschichte fördert und befördert. Zugleich wurde Dressels ambitionierter Ansatz zur Schaffung eines deutschen Zentralarchivs zur Fahrzeuggeschichte hervorgehoben. F-kubik-Historiker bündeln seit Beginn ihrer gemeinsamen Arbeit im Jahre 2001 ihr Wissen und Archivmaterial rund um die Geschichte der Kraftfahrt, um in der allgemeinen wie auch in der Fach-Öffentlichkeit zur historisch einwandfreien Darstellung der Fahrzeughistorie beizutragen.

Die Bremen Classic Motorshow zum Saisonauftakt gilt nicht nur als Szene-Treffpunkt der gesamten nördlichen Region einschließlich Skandinavien, sie ist auch ein wertvolles Barometer für kommende Entwicklungen und naturgemäß unter besonderer Beobachtung. Hoch in der Gunst des Publikums standen wieder die Sonderschauen „automobile Rivalen“ und Motorroller der vergangenen 70 Jahre, was eine Besucherbefragung bestätige. Besondere Aufmerksamkeit erzielten zudem die Handelsplattformen Young Generation und Junge Klassiker zusammen mit den Ausstellungen V8-Surfcars und Classic Custom Motorcycle Lounge, der T4-Workshop sowie eine Präsentation von Rennrädern, was insbesondere 20- bis 30-Jährige interessierte. Viele neue Themen für unseren Nachwuchs – the show must go on!

Die Messe Ende Januar/Anfang Februar als Handelsplatz für den Klassikermarkt sehr wertvoll: „Händler sehen hier, bei welchen Modellen und zu welchen Preisen Sammler und Einsteiger zuschlagen. Das hat Signalwirkung für unsere Aussteller und erklärt auch, warum immer mehr Aussteller in Bremen dabei sein wollen“, zog Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen/M3B GmbH, abschließend eine positive Bilanz.

Der Termin für die nächste Ausgabe der BCM steht bereits fest: Die Bremen Classic Motorshow findet statt von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2021.

Dieter Dressel und F-kubik Dieter Dressel (sitzend rechts) von der Central Garage Bad Homburg ist der 15. Träger des Goldenen Kolbens von F-kubik im Kreis der Juroren und früheren Preisträgern Jürgen Book, Wolfgang Buchta sowie Laudator Prof-Dr. Peter Kirchberg, ebenfalls sitzend.

Text und Fotos: Horst-Dieter Görg, Eckhart Bartels


2019/07
Karl Reese ist verstorben.

Karl Reese
(Foto: Archiv Eckhart Bartels)


2018/11
Unser Tagungsband zum 4. Symposium im März 2017 (in Friedrichshafen) ist erschienen.
Wie zuvor vom Delius Klasing-Verlag freundlicherweise unterstützt und realisiert.
Hier können Sie den Band per Mail bestellen (VK 19,90 EUR):
Räder-Rennen-Rekorde
ISBN: 978-3-667-11634-5
Zu beziehen bei FGV


2018/11/15
Jürgen Book wird mit dem „Goldenen Kolben 2019“ ausgezeichnet

F-Kubik in Bremen bei der BCM 2016 (Foto: Inga Bartels)  F-Kubik in Bremen bei der BCM 2019
(Foto: Inga Bartels)

  • Bitte lesen Sie hier mehr über die Verleihung des Goldenen Kolbens 2019

  • 2017/11/15
    Goldener Kolben 2018 von F-kubik: Eine Auszeichnung für Heiner Rössler
  • Bitte lesen Sie hier mehr über die Verleihung des Goldenen Kolbens 2018

  • 2016/11/15

    Goldener Kolben 2017 von F-kubik: Eine Auszeichnung für Johannes T. Hübner

  • Bitte lesen Sie hier mehr über die Verleihung des Goldenen Kolbens 2017

  • 2016/02
    F-Kubik in Bremen bei der BCM 2016 (Foto: Peter Kurze)  F-Kubik in Bremen bei der BCM 2016
    (Foto: Peter Kurze)
    3. Band "Archiv zur Fahrzeuggeschichte"
    Die Fachbeiträge zum 3.Symposium in der Autostadt Wolfsburg im September 2014 sind jetzt in einer begrenzten Auflage im Verlag Delius Klasing erschienen.
  • Cover
  • Inhaltsverzeichnis
  • Fahrzeugdesign: Eine Geschichte zwischen Technik und Mode
    Über 100 Seiten mit 12 bebilderten Beiträgen von Zeitzeugen, Fahrzeugdesignern, Fachautoren und Nachlassverwaltern mit einem Vorwort von Halwart Schrader.
    Format: 16,8 x 23,8, Preis € 19,90
    ISBN: 978-667-10259-1
    Bezug über über FGV

    Auszeichnung für ganz besondere Bücher

  • Halwart Schrader erhielt den Autorenpreis für sein Lebenswerk / MPC-Autobuch-Preis 2007